Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führten im Vorfeld des G7-Gipfels bilaterale Gespräche in Genf. Die Parteien erörterten die schweizerischen «guten Dienste» zur Erreichung des Friedens, die Finanzierung des Wiederaufbaus der Ukraine sowie das aktualisierte Freihandelsabkommen. Die Schweiz bestätigte ihre Bereitschaft, für den Zeitraum 2025 bis 2028 insgesamt 1,5 Milliarden Franken zur Unterstützung der Ukraine bereitzustellen.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führten am Abend des 15. Juni ein bilaterales Gespräch in Genf. Die Verhandlungen fanden am Flughafen Genf im Vorfeld des G7-Gipfels statt, der in der französischen Stadt Évian nahe der Schweizer Grenze abgehalten wird.
Während des Treffens erörterten die Parteien ausführlich die Vermittlerrolle der Schweiz bei internationalen diplomatischen Bemühungen, zentrale Fragen des Wiederaufbaus der Ukraine nach dem Krieg sowie die Perspektiven für die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten, einschliesslich eines aktualisierten Freihandelsabkommens.
Die Schweiz bekräftigt ihre Unterstützung für die Ukraine und ihre Bereitschaft zur Vermittlung
Im Vorfeld des Treffens teilte der Schweizer Bundesrat offiziell mit, dass Guy Parmelin die unerschütterliche Unterstützung der Schweiz für das Streben der Ukraine nach einem gerechten und dauerhaften Frieden bekräftigen wolle. Auf der Tagesordnung der Gespräche standen die traditionellen Schweizer «guten Dienste» (Good Offices), die diplomatische Vermittlungen und die Bereitstellung neutraler Plattformen für internationale Verhandlungen umfassen.
«Ich freue mich, Sie nach Davos wiederzusehen», sagte Guy Parmelin zu Beginn des Treffens zu Wolodymyr Selenskyj und bezog sich dabei auf ihre vorherige Begegnung während des Weltwirtschaftsforums im Januar dieses Jahres.
Von ukrainischer Seite nahmen Aussenminister Andrij Sybiha und der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates (NSDC), Rustem Umerow, an den Verhandlungen teil. Die Schweizer Seite wurde bei dem Treffen durch den Leiter des Bereichs Internationale Sicherheit im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Gabriel Lüchinger, vertreten.
Nach Abschluss des Treffens betonte Guy Parmelin ausdrücklich, dass die Schweiz bereit sei, ihre guten Dienste auch weiterhin anzubieten und hochrangige Treffen auszurichten, die auf die Suche nach wirksamen Wegen zum Frieden abzielen.
Wolodymyr Selenskyj drückte seinerseits seinen Dank gegenüber der Schweiz für die Unterstützung der Ukraine und die bedeutende Hilfe bei der Bewältigung der letzten schwierigen Wintersaisons aus. Der ukrainische Präsident informierte die Schweizer Seite zudem über:
- die aktuelle Lage an der Front;
- die dringenden Bedürfnisse der ukrainischen Luftverteidigung zum Schutz der Städte;
- notwendige Sanktionsschritte, die den Druck auf den Aggressorstaat massgeblich erhöhen und den Beginn von Friedensverhandlungen näher bringen könnten.
Wiederaufbau der Ukraine: Langfristige Prioritäten und Finanzierung
Ein besonderes Augenmerk widmeten die Parteien während der Gespräche in Genf den Fragen des umfassenden Wiederaufbaus der Ukraine. Dieses Thema hat für die Schweiz nicht nur eine politische, sondern auch eine wichtige praktische und wirtschaftliche Bedeutung.
Der Bundesrat hat zuvor ein umfassendes Unterstützungsprogramm für die Ukraine verabschiedet, das die Bereitstellung erheblicher finanzieller Mittel vorsieht:
- Das Gesamtvolumen des Unterstützungsprogramms beläuft sich auf 5 Milliarden Schweizer Franken, berechnet bis zum Jahr 2036;
- für den nächsten Zeitraum von 2025 bis 2028 ist die Bereitstellung von 1,5 Milliarden Schweizer Franken vorgesehen;
- von dieser Summe sind 500 Millionen Franken speziell für die Umsetzung von Projekten unter direkter Beteiligung des Privatsektors und Schweizer Unternehmen bestimmt.
Darüber hinaus wurde Anfang Juni zwischen der Schweiz und der Ukraine ein spezielles Abkommen unterzeichnet, das neue Möglichkeiten für die aktive Beteiligung der Schweizer Wirtschaft am Wiederaufbau der kritischen und zivilen ukrainischen Infrastruktur eröffnet.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Freihandelsabkommen
Ein weiteres wichtiges Thema der bilateralen Gespräche war das aktualisierte Freihandelsabkommen zwischen der Ukraine und den Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA), der auch die Schweiz angehört.
Ende 2025 hat der Bundesrat dieses aktualisierte Abkommen dem Schweizer Parlament zur Ratifizierung vorgelegt. Dieses strategische Dokument sieht vor:
- eine wesentliche Vertiefung der handelspolitischen Zusammenarbeit zwischen den Ländern;
- eine weitgehende Vereinfachung der Zoll- und Verwaltungsverfahren für die Wirtschaft;
- eine deutliche Erweiterung der Möglichkeiten für ukrainische Exporteure auf dem Schweizer Markt.
Internationaler Kontext: G7-Gipfel und europäische Integration
Das Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Guy Parmelin fand vor dem Hintergrund des umfassenden G7-Gipfels statt, bei dem die umfassende Unterstützung der Ukraine bei der Abwehr der Aggression ein zentrales und beständiges Thema bleibt.
Es ist zudem festzuhalten, dass die Europäische Union genau am 15. Juni den ersten Verhandlungskluster im Rahmen der Beitrittsgespräche mit der Ukraine offiziell eröffnet hat. Dies stellt einen ausserordentlich wichtigen historischen Schritt auf dem Weg der europäischen Integration des Landes dar.
Die Gespräche in Genf haben erneut bestätigt, dass die Schweiz einer der verlässlichsten und wichtigsten internationalen Partner der Ukraine bleibt – sowohl in Fragen der globalen Diplomatie und der Friedensbemühungen als auch im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und des künftigen Wiederaufbaus des Landes.
Quellen
- Offizielles Portal des Schweizer Bundesrates (admin.ch)
- SWI swissinfo.ch
- Offizielle Facebook-Seite von Guy Parmelin
- Ukrinform (ukrinform.net)
- Offizielle Website des G7-Gipfels (g7france2026.fr)
Diese Nachricht wurde auf Anfrage von Vladyslav Kulbachnyi uebersetzt. Sprache: Ukrainisch -> Deutsch (Schweiz). Datum und Uhrzeit: 2026-06-16 09:37 UTC. Modell: gemini/gemini-3.1-flash-lite.