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Was ist Serafe und warum erhalten Sie eine Rechnung
Wenn Sie in der Schweiz leben und einen eigenen Haushalt haben, erhalten Sie früher oder später eine Rechnung von Serafe. Die erste Reaktion ist oft: "Aber ich schaue kein Schweizer Fernsehen" oder "Ich habe gar keinen Fernseher". Trotzdem müssen Sie bezahlen.
Serafe ist keine Mediengesellschaft. Es ist eine Privatfirma, die vom Bund den Auftrag erhalten hat, die Haushaltabgabe einzuziehen – die obligatorische Radio- und Fernsehgebühr für Haushalte. Das Geld behält sie nicht für sich: Es fliesst in die Finanzierung des öffentlichen Medienangebots der SRG SSR und der konzessionierten Regionalradios und -fernsehsender.
Kurz gesagt: Serafe ist ein Inkassoinstrument. Die Höhe der Abgabe wird vom Bundesrat festgelegt, die Verteilung des Geldes durch den Staat. Serafe stellt einfach die Rechnungen und zieht die Zahlungen ein.
Wie diese Abgabe entstanden ist
Bis 2019 gab es in der Schweiz die Gebühr für das Besitzen eines Empfangsgeräts: Wenn zu Hause ein Radio oder Fernseher vorhanden war, musste man bezahlen. Doch in den 2010er-Jahren funktionierte diese Logik nicht mehr: Alles konnte über das Internet, Smartphones oder Tablets konsumiert werden. Die Erfassung der Gerätebesitzer wurde sinnlos.
Der Bundesrat und das Parlament schlugen eine Reform vor: eine geräteunabhängige allgemeine Abgabe für alle Haushalte. Am 14. Juni 2015 stimmten die Schweizerinnen und Schweizer an der Urne mit "Ja" ab.
Seit dem 1. Januar 2019 gehört das alte Billag-System der Vergangenheit an. Private Haushalte erhalten die Rechnung von Serafe, Unternehmen von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV).
Warum Serafe gewählt wurde
Serafe hat das Mandat nicht "automatisch" und nicht durch eine politische Übereinkunft erhalten, sondern nach einem öffentlichen Wettbewerb. Im Jahr 2017 beauftragte das UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) das Unternehmen mit dem Inkasso der neuen Gebühr, weil sein Angebot als das beste Preis-Leistungs-Verhältnis eingestuft wurde.
Im Jahr 2024 erhielt Serafe ein neues Mandat für die Periode 2026–2034 – erneut nach einer offenen Ausschreibung. Das heisst, Serafe entscheidet nicht, ob die Gebühr existieren soll und wie viel sie kostet. Sie erbringt lediglich die administrative Arbeit, die ihr der Staat aufgrund der Wettbewerbsergebnisse übertragen hat.
Wer bezahlt
Ein Haushalt – eine Rechnung. Bezahlt werden praktisch alle privaten und kollektiven Haushalte.
- Privater Haushalt: 335 CHF pro Jahr (2025/2026)
- Kollektiver Haushalt (Wohnheim, Altersheim etc.): 670 CHF pro Jahr
Der entscheidende Punkt: Die Gebühr hängt nicht vom Besitz eines Fernsehers oder Radios ab. Das BAKOM (Bundesamt für Kommunikation) schreibt explizit: Auch wenn Sie nur ausländische Kanäle empfangen oder gar keine klassischen Empfangsgeräte nutzen – Sie müssen bezahlen. Die Möglichkeit, die Zahlung wegen fehlender Empfangsgeräte zu verweigern – das sogenannte Opting-out – ist am 31. Dezember 2023 endgültig entfallen.
Wichtig für Personen mit Schutzstatus S
Personen mit Schutzstatus S, die einen eigenen Haushalt führen, erhalten ebenfalls eine Rechnung von Serafe. Das BAKOM erwähnt den Status S explizit in seinen FAQ. Fehlen Gründe für eine Befreiung, ist die Rechnung obligatorisch.
Die gute Nachricht: Man kann sich auf vier Ratenzahlungen pro Jahr aufteilen. Die elektronische Abwicklung ist kostenlos, der papierbasierte Quartalsversand kann +2 CHF pro Rechnung kosten.
Wer ist von der Gebühr befreit
Eine Befreiung ist nicht für jeden mit niedrigem Einkommen möglich. Soziale Hilfe (Sozialhilfe) allein befreit nicht von Serafe.
Befreiungen sind vorgesehen für:
- Haushalte, in denen eine Person Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV oder IV bezieht – das sind zusätzliche Zahlungen für Rentner und Menschen mit Behinderungen mit niedrigem Einkommen
- Bestimmte diplomatische Statusse
- Haushalte von Gehörlosen und Ertaubten unter bestimmten Voraussetzungen
Wer glaubt, Anspruch auf eine Befreiung zu haben, sollte dies über die offizielle Webseite des BAKOM oder direkt bei Serafe prüfen.
Wie Serafe an Ihre Daten gelangt
Serafe sucht Sie nicht von sich aus – sie bezieht die Daten aus den kantonalen und kommunalen Einwohnerregistern. Sollte auf der Rechnung eine falsche Adresse oder eine falsche Haushaltszusammensetzung aufgeführt sein, liegt das Problem wahrscheinlich bei den Registerdaten und nicht bei Serafe.
Auf der Rechnung können alle volljährigen Haushaltsmitglieder aufgeführt sein – sie tragen die Solidarhaftung. Wird die Rechnung nach Mahnungen nicht bezahlt, kann gegen ein Mitglied eine Betreibung eingeleitet werden.
Wie viel werden wir künftig zahlen
Der Bundesrat hat beschlossen, den Satz schrittweise zu senken:
- 2027: 312 CHF pro Jahr
- 2029: 300 CHF pro Jahr
An der Volksabstimmung vom 8. März 2026 wurde die Initiative «200 Franken sind genug!» – welche eine drastische Senkung auf 200 CHF forderte – abgelehnt: 61,95% «dagegen», 38,05% «dafür». Bezeichnend: Fast zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer stimmten bewusst zu, mehr als das Eineinhalbfache dessen zu zahlen, was die Initiative vorschlug. Die Gesellschaft hat sich damit für die Sicherstellung der Unabhängigkeit der Journalistik von jeglichem externen Druck entschieden.
Die schrittweise Senkung des Satzes bleibt dabei bestehen.
Wohin fliessen die Gelder
Das gesamte Aufkommen aus der Gebühr beträgt rund 1,37 Milliarden CHF pro Jahr. Der Hauptteil geht an die SRG SSR, der Rest an konzessionierte Lokalradios und Regionalfernsehsender:
- SRG SSR erhält ca. 1,25 Milliarden CHF (2025/2026)
- Private Lokal- und Regionalveranstalter – bis zu 86 Millionen CHF (ab 2025)
Nochmals: Serafe behält diese Gelder nicht für sich. Ihre Funktion ist es, die Rechnung zu stellen und das Geld einzuziehen.
Was tun, wenn die Rechnung kommt und Sie nicht verstehen, wofür
- Nicht ignorieren – Ignorieren hebt die Rechnung nicht auf, es führt zu Mahnungen und einer möglichen Betreibung
- Prüfen, ob eine Befreiungsgrund vorliegt (EL, diplomatischer Status etc.)
- Auf Ratenzahlung umstellen, falls die einmalige Zahlung gerade schwierig ist
- Wenn die Rechnung falsch ist – sich an Serafe wenden, nicht an das Fernsehen
Serafe ist lediglich ein Einzugsmechanismus. Fragen dazu, warum diese Gebühr überhaupt existiert und wofür sie ausgegeben wird, betreffen bereits die SRG SSR, über die Sie im nächsten Artikel lesen.
Offizielle Webseiten: Serafe · FAQ BAKOM/BAKOM über die Radio- und Fernsehgebühr.
Diese Nachricht wurde auf Anfrage von Vladyslav Kulbachnyi uebersetzt. Sprache: Ukrainisch -> Deutsch (Schweiz). Datum und Uhrzeit: 2026-05-07 23:01 UTC. Modell: gemini/gemini-2.5-flash-lite.