Aufenthaltsstatus
Der Schutzstatus S ist ein spezieller rechtlicher Status des vorübergehenden Schutzes in der Schweiz, der für Menschen eingeführt wurde, die aufgrund des Krieges gezwungen waren, die Ukraine zu verlassen. Er gilt für eine definierte Personengruppe und ermöglicht einen vereinfachten Schutz.

Das Hauptmerkmal
Der Schutzstatus S ist ein kollektiver Schutzmechanismus und kein individuelles Asylverfahren.
- die Entscheidung wird unter Berücksichtigung der allgemeinen Situation im Land getroffen und nicht nur aufgrund der persönlichen Verfolgungsgeschichte;
- es ist nicht notwendig, ein vollständiges klassisches Asylverfahren zu durchlaufen, wenn die Person unter die definierte Gruppe fällt;
- das System wurde für eine schnelle Reaktion in Krisensituationen geschaffen, wenn eine grosse Anzahl von Menschen gleichzeitig fliehen muss.
Warum dieser Status entstanden ist
Das Schweizer Recht sah den Schutzstatus S lange vor dem Krieg in der Ukraine vor, doch blieb er lange Zeit ein Reserveinstrument für den Fall eines massenhaften Zustroms von Schutzbedürftigen. Nach der umfassenden Invasion Russlands in die Ukraine aktivierte der Bundesrat am 11. März 2022 diesen Mechanismus erstmals in der Geschichte für Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind.
Die Idee des Schutzstatus S war es, das normale Asylsystem nicht zu überlasten und gleichzeitig den Menschen schnell das Recht zu geben, sich in der Schweiz aufzuhalten, eine Unterkunft, grundlegende medizinische Versorgung, soziale Unterstützung sowie Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt zu erhalten.
Rechtsmodell
- Der Schutzstatus S wird durch einzelne Bestimmungen des Asylgesetzes geregelt;
- er wird nicht automatisch, sondern durch einen Beschluss des Bundesrates aktiviert;
- er kann zentral für die gesamte Gruppe verlängert oder aufgehoben werden, wenn sich die Sicherheitslage ändert.
Im Gegensatz zum klassischen Asyl ist der Schutzstatus S von Anfang an als temporärer Schutz konzipiert, der auf eine mögliche zukünftige Rückkehr nach Stabilisierung der Situation ausgerichtet ist.
Gültigkeitsdauer
- Der Schutzstatus S selbst gilt, solange der Bundesrat nicht beschliesst, ihn aufzuheben;
- die individuelle S-Bewilligung (S-permit) wird für eine befristete Dauer, in der Regel für ein Jahr, ausgestellt;
- sie wird anschliessend zentral durch einen behördlichen Beschluss oder über die kantonalen Behörden verlängert, sofern der Schutzstatus S weiterhin gültig ist.
Gemäss dem Beschluss des Bundesrates vom 8. Oktober 2025 plant die Schweiz nicht, den Schutzstatus S vor dem 4. März 2027 aufzuheben, sofern sich die Sicherheitslage in der Ukraine nicht nachhaltig verbessert.
Beendigung des Status
- Der Bundesrat kann beschliessen, dass die allgemeine Situation eine sichere Rückkehr erlaubt, woraufhin der Schutzstatus S aufgehoben wird;
- der Status kann individuell beendet werden, wenn gesetzlich vorgesehene Gründe vorliegen, wie zum Beispiel die Verlagerung des Lebensmittelpunktes ausserhalb der Schweiz oder andere relevante Umstände;
- nach Aufhebung des Status legen die Behörden eine Übergangsfrist für die Ausreise oder für den Übergang in ein anderes anwendbares rechtliches Regime fest.
Worin unterscheidet er sich vom Asyl?
- basiert nicht auf einem vollständigen individuellen Nachweis der Verfolgung;
- wird schneller gewährt als das klassische Asyl;
- funktioniert als temporärer Krisenmechanismus und nicht als endgültige Anerkennung des Flüchtlingsstatus.
Wichtig ist: Der Status S ist nicht gleichbedeutend mit dem klassischen Asyl, bietet aber eine breite Palette praktischer Rechte und Schutz für die Zeit, in der eine Rückkehr in die Ukraine nicht als sicher gilt.
Offizielle Quellen
Bundesrat, 11.03.2022: Ukraine: Bundesrat aktiviert Schutzstatus S für Ukrainerinnen und Ukrainer
SEM, offizielle Fragen und Antworten: Questions and answers for refugees from Ukraine
Bundesrat, 08.10.2025: No lifting of protection status S
SEM, Überblick über Zuständigkeiten und Status S: State Secretariat for Migration. An Overview (PDF)