Mobilfunk in der Schweiz
Netze, Tarife, Prepaid, eSIM, ukrainische SIM, Roaming und Sonderangebote für Ukrainer:innen in der Schweiz.
In der Schweiz gibt es drei Mobilfunknetze — Swisscom, Sunrise und Salt. In den meisten besiedelten Gebieten bieten alle drei eine gute Abdeckung, aber die Qualität kann je nach Adresse, in Gebäuden, in den Bergen und entlang von Verkehrswegen variieren. Dieselbe Verbindung erhält man oft zwei- bis dreimal günstiger über eine Budget-Marke oder ein Sonderangebot für Ukrainer:innen — vergleichen Sie die Optionen, bevor Sie ein teures Abo abschliessen.

Netze, Marken und MVNOs
- es gibt nur drei Netze — Swisscom, Sunrise und Salt; die Abdeckung ist generell gut, kann aber je nach Standort und Netz variieren, der Unterschied zwischen den Abos liegt vor allem im Preis und Service
- Budget-Marken laufen über dieselben Netze: Wingo und Migros Mobile (früher M‑Budget Mobile; Swisscom), yallo, Lebara, CHmobile und ALDI SUISSE mobile (Sunrise), Lidl Connect, GoMo und Galaxus Mobile (Salt), Digital Republic und weitere — unlimitierte Abos ab CHF 13–25 pro Monat gegenüber CHF 60–100 bei den «grossen» Marken (Preise aktuell zum Prüfdatum, können sich ändern — auf der Website des Anbieters bestätigen)
- Aktionen laufen praktisch durchgehend, der Rabatt gilt oft für die gesamte Abo-Laufzeit — vergleichen Sie auf comparis.ch oder dschungelkompass.ch
- Auf dem Marktplatz alao.ch lässt sich ein Abo online vergleichen und abschliessen; es gibt Rabatte und Aktivierungsgutscheine, prüfen Sie aber Vertragsdauer, Gesamtpreis nach der Aktion und Bedingungen selbst; ein Pass oder anderer Ausweis wird benötigt
- die meisten Budget-Abos haben keine Mindestvertragsdauer (der Anbieter muss lediglich ein bis zwei Monate im Voraus informiert werden); Aktionspakete mit Smartphone in Raten können eine Laufzeit von 12–24 Monaten vorsehen. Die Rufnummernmitnahme zum neuen Anbieter ist meist kostenlos und wird vom neuen Anbieter organisiert.
Sonderangebote für Ukrainer:innen
Alle drei werden persönlich im Shop des Anbieters abgeschlossen. Nötig sind ein ukrainischer Pass (oder ein anderer Ausweis) sowie der Ausweis S oder eine Bestätigung der Gesuchseinreichung für Schutz. Die Bedingungen gelten «bis auf Widerruf» — über Änderungen informieren die Anbieter per SMS.
- yallo: kostenlose Prepaid-SIM für ukrainische Geflüchtete — 84 Tage ab Aktivierung ohne Kosten: 100 GB für 4 Wochen (danach langsamer, aber ohne Zusatzkosten), unlimitierte Anrufe in der Schweiz und zu europäischen Nummern inklusive Ukraine, SMS weltweit; eine SIM pro Person. Nach 84 Tagen läuft die SIM als normales yallo-Prepaid weiter: Pay-per-Use (CHF 0.25 pro Minute, SMS oder 10 MB) oder «All in»-Pakete für 4 Wochen — ab CHF 5, am nächsten an den Startbedingungen liegt «All in 40» mit 10 GB und unlimitierten Anrufen in der Schweiz und Europa für CHF 40
- Sunrise Connect 30 days: CHF 14.90 für 30 Tage — unlimitiertes Internet, Anrufe und SMS in der Schweiz plus unlimitierte Anrufe in die Ukraine; das Startpaket für CHF 19.90 enthält bereits CHF 20 Guthaben, die ersten 30 Tage sind kostenlos. Reguläre Sunrise-Abos beinhalten seit 2022 kostenlose Anrufe in die Ukraine
- Swisscom: Prepaid-Paket CHF 19.90 für 30 Tage — unlimitierte Anrufe in der Schweiz, 300 Minuten in die Ukraine, 90 Minuten in EU-Länder, 300 SMS und 60 GB schnelles Internet
So kaufen Sie eine SIM
- Gesetzlich muss der Anbieter bei jeder SIM-Karte — Prepaid oder Abo — die Identität prüfen und eine klare Dokumentenkopie aufbewahren. Einen Anbieter «ohne Dokumente» gibt es daher nicht; ein persönlicher Besuch kann durch eine Online-Prüfung ersetzt werden.
- Prepaid-Karten gibt es in Shops der Anbieter, bei der Post, an Kiosken und in Supermärkten; eine Online-Bestellung mit Lieferung nach Hause ist möglich
- Prepaid bietet volle Kostenkontrolle ohne monatliche Rechnung; ein Abo ist für dieselbe Leistung günstiger, kommt aber mit einer monatlichen Rechnung
- fast alle Anbieter unterstützen eSIM — praktisch, um ukrainische und Schweizer Nummer im selben Telefon zu halten
Welche Dokumente akzeptiert werden: praktische Varianten
- Lebara akzeptiert für Prepaid einen ausländischen Pass sowie Schweizer Bewilligungen, insbesondere den Ausweis S. Ein Aufenthaltstitel ist also nicht zwingend nötig, wenn ein gültiger ausländischer Pass vorliegt.
- Digital Republic akzeptiert ebenfalls einen ausländischen Pass für Anschluss und Nutzung der Dienste in der Schweiz. Für Auslandsgespräche, Roaming und einige Zusatzdienste ist jedoch ein Schweizer Pass/ID oder eine Aufenthaltsbewilligung nötig (Ausweis N wird nicht akzeptiert).
- Für das Sonderangebot von Sunrise für Ukrainer:innen benötigen Sie den Ausweis S und den ukrainischen Pass oder ID; falls der Ausweis S noch aussteht, akzeptiert Sunrise laut eigenen Angaben eine Bestätigung der Gesuchseinreichung zusammen mit Pass/ID. Bedingungen regulärer Tarife und anderer Anbieter können abweichen — prüfen Sie diese vor dem Abschluss.
Anrufe in die Ukraine
- ohne Sonderangebote von Swisscom und Sunrise für Ukrainer:innen kostet eine Gesprächsminute in die Ukraine im regulären Tarif etwa CHF 0.30–1 — prüfen Sie Ihren Tarif, bevor Sie direkt anrufen
- am günstigsten sind Messenger (WhatsApp, Viber, Telegram, Signal) über mobiles Internet oder WLAN
- für Anrufe auf Festnetznummern oder an Personen ohne Smartphone gibt es internationale Minutenpakete bei Lycamobile und Lebara
Ukrainische Nummer: behalten oder nicht
- Lassen Sie die ukrainische SIM aktiv: darauf kommen SMS-Codes von ukrainischen Banken und Diia an. Praktisch ist sie als zweite physische SIM oder eSIM.
Ukraine in der EU-Zone «Roam Like at Home»
Seit dem 1. Januar 2026 ist die Ukraine der EU-Zone «Roam Like at Home» (RLAH) beigetreten. Das ist nicht die «Eurozone» — der Währungsraum des Euro —, sondern Regeln zum mobilen Roaming.
- In den 27 EU-Staaten können ukrainische Kund:innen Anrufe, SMS und mobiles Internet zu den Bedingungen des Heimtarifs nutzen, ohne separaten Roaming-Aufpreis. Konkrete Gigabyte, Minuten und Einschränkungen hängen vom Tarif und der Fair-Use-Policy des Anbieters ab.
- Dieser Modus ist für Reisen gedacht, nicht für die dauerhafte Nutzung eines ukrainischen Tarifs im Ausland. Prüfen Sie vor der Reise Land und Restpakete in der App Ihres Anbieters.
Die Schweiz — ausserhalb von RLAH
Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und gehört nicht zur RLAH-Zone. Für den täglichen Gebrauch von Internet und Anrufen in der Schweiz ist daher meist eine Schweizer SIM praktischer: reguläre Prepaid-Tarife lokaler Anbieter ohne Zusatzpaket sind tatsächlich teuer. Wenn Sie ein spezielles Schweizer Prepaid-Angebot für Ukrainer:innen nutzen, lässt sich die ukrainische SIM bequem für Bank-SMS behalten und ausserhalb der Schweiz nutzen — etwa auf Reisen in die EU zu den RLAH-Bedingungen Ihres Tarifs. Prüfen Sie vor der Reise Länder und Roaming-Limits bei Ihrem Anbieter.
Was ukrainische Anbieter bieten
- Kyivstar: «Roaming wie zu Hause» gilt in EU-Ländern sowie in einer separat veröffentlichten Liste zusätzlicher Länder; die Schweiz steht nicht auf der Hauptliste. Für diese Länder gibt es Zusatzpakete von 5–40 GB — prüfen Sie Bedingungen und Aktionsdauer vor der Reise.
- Vodafone Ukraine: in EU-Ländern gilt RLAH zu den Bedingungen Ihres Tarifs. Eine separate Aktion «Günstiges Roaming geschenkt» schliesst die Schweiz für bestimmte Tarife bis 31.10.2026 ein; das ist keine EU-Regel, prüfen Sie daher die Aktionsdauer und Ihren Tarif.
- lifecell: in EU-Ländern gilt «Roaming wie zu Hause». Für die Schweiz bietet der Anbieter aktuell ein separates «Zusatz-Roaming» mit Internetpaketen; die angegebene Dauer dieses Angebots ist bis 15.12.2026. Prüfen Sie die Bedingungen vor der Zahlung.
Für Personen mit Status S
- beginnen Sie mit dem Sonderangebot von yallo (84 Tage kostenlos), Sunrise oder Swisscom — so haben Sie Zeit, sich unverbindlich am Markt zu orientieren
- die Kosten für Kommunikation sind im Grundbetrag der Sozialhilfe enthalten — eine separate Zulage gibt es nicht, daher ist eine Budget-Marke oder Prepaid deutlich sinnvoller als ein Abo einer grossen Marke
- unterschreiben Sie keine 24-Monats-Verträge mit einem Smartphone in Raten, solange das Einkommen instabil ist: eine vorzeitige Kündigung kostet viel
- ziehen Sie aus einer Kollektivunterkunft in eine eigene Wohnung — vergleichen Sie das Heiminternet im Voraus: der Glasfaseranschluss dauert manchmal einige Wochen
Siehe auch
Überblick des Bereichs: Kommunikation, Internet und Fernsehen in der Schweiz.
- Mobilfunk in der Schweiz
- Heiminternet in der Schweiz
- Heim-WLAN in der Schweiz
- Fernsehen in der Schweiz
Quellen und nützliche Links
- Bundesamt für Kommunikation (BAKOM/OFCOM-Aufsicht): Identifikationspflicht für alle SIM-Karten
- Lebara: akzeptierte Dokumente für Prepaid
- Digital Republic: Dokumente zur Identitätsprüfung
- Sunrise for Ukraine: Dokumente für das Sonderangebot
- Europäische Kommission: RLAH für die Ukraine ab 1. Januar 2026
- NKEK: offizieller Beitritt der Ukraine zu RLAH
- Kyivstar: Länder und Bedingungen von «Roaming wie zu Hause»
- Vodafone Ukraine: «Günstiges Roaming»
- lifecell: Roaming und Zusatzpakete
- CHmobile: Tarife, eSIM und Sunrise-Netz
- Migros Mobile: M‑Budget Mobile umbenannt; Swisscom-Netz
- Lidl Connect: Tarifangebote und Salt-Netz
- ALDI SUISSE mobile: Tarife, eSIM und Sunrise-Netz
Geprüft am 16.07.2026.