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Leitfaden

Bildung

Wie das Schweizer Bildungssystem vom Kindergarten bis zur Hochschule und zur höheren Berufsbildung aufgebaut ist: Stufenschema, Wahl des Wegs nach Alter und Situation, Sprache, Finanzierung und Anerkennung ukrainischer Diplome.

Schülerinnen, Schüler und Studierende auf einem Bildungscampus in der Schweiz vor den Alpen

Das Schweizer Bildungssystem gliedert sich in vier Stufen, und dazwischen gibt es viele Übergänge: Nach einer Lehre kann der Weg an eine Fachhochschule führen, nach der FMS an eine Pädagogische Hochschule, Erwachsene ohne Diplom können ein EFZ auf Grundlage ihrer Berufserfahrung erwerben. Dieser Bereich hilft, das System zu verstehen und den eigenen Weg zu finden. Die endgültigen Entscheide treffen Kanton, Gemeinde, Bildungsinstitution oder zuständige Behörde.

Schema des Schweizer Bildungssystems

Dauer, Bezeichnungen und Übergangsbedingungen unterscheiden sich kantonal. Quelle: EDK/CDIP/CDPE, Schema des Schweizer Bildungssystems.
StufeAlter (ungefähr)Was das istWohin weiter
Primarstufe, inkl. Kindergarten4–128 Jahre, meist inkl. 2 Jahre Kindergarten; ob das erste Jahr obligatorisch ist, hängt vom Kanton ab; die öffentliche Schule ist kostenlosSekundarstufe I
Sekundarstufe I12–153 Jahre (im Tessin 4) mit Aufteilung in LeistungsniveausLehre, Gymnasium, FMS, Brückenangebot
Sekundarstufe II: Berufsbildungab 15EBA 2 Jahre oder EFZ 3–4 Jahre, auf Wunsch mit BerufsmaturitätArbeit, höhere Fachschule, Berufsprüfung, Fachhochschule (mit BM)
Sekundarstufe II: Gymnasium / FMSab 15gymnasiale Maturität meist 4 Jahre; FMS 3 Jahre + Fachmaturität 1 JahrUniversität, ETH/EPFL, Pädagogische Hochschule; Fachhochschule
Tertiärstufe: höhere BerufsbildungErwachsene mit EFZhöhere Fachschule, Berufsprüfung, höhere FachprüfungProfessional Bachelor / Professional Master – Titelzusätze ab 01.10.2026, keine akademischen Grade; Fachhochschule
Tertiärstufe: Hochschulennach der MaturaUniversitäten und ETH/EPFL, Fachhochschulen, Pädagogische HochschulenBachelor, Master; das Promotionsrecht liegt nur bei den universitären Hochschulen

Die ersten 11 Jahre sind die obligatorische Schule, dafür sind die Kantone zuständig. Danach gehen die Wege auseinander, aber fast jeder Abschluss eröffnet weitere Bildungswege. Offizielle Quelle: EDK/CDIP/CDPE – Bildungssystem Schweiz

Welcher Bildungsweg passt zu Ihrer Situation?

Was zuerst zu klären ist

  • Alter und aktuelles Bildungsniveau, vorhandene Dokumente und ob eine Übersetzung nötig ist;
  • Ziel: Schule, Beruf, Hochschule, Sprache oder Arbeit – davon hängen die zuständige Stelle und das Verfahren ab;
  • Kanton und Gemeinde: Bei Schule, Stipendien, Sprachkursen und Brückenangeboten sind die Regeln kantonal;
  • welches Sprachniveau die jeweilige Institution oder Behörde verlangt und welche Nachweise sie akzeptiert;
  • wer die Kosten übernimmt: vor der Anmeldung oder der Bestellung kostenpflichtiger Leistungen einen schriftlichen Finanzierungsentscheid einholen;
  • die aktuelle Anmeldefrist – für Lehre, Gymnasium, Hochschulen und Stipendienstellen gelten unterschiedliche Fristen.
Status S und Bildung. Die obligatorische Schule ist für Kinder unabhängig vom Status kostenlos. Der Bundesrat hat am 19. August 2026 entschieden, den Status S nicht vor dem 4. März 2028 aufzuheben. Wird der Status S während der Lehre aufgehoben, kann die Ausreisefrist bis zum Abschluss von EBA/EFZ verlängert werden: Dafür stellen Lernende und Lehrbetrieb ein Gesuch beim SEM, der Entscheid erfolgt individuell. Das garantiert kein Stipendium und keinen kostenlosen Kurs: Solche Entscheide treffen Kanton und Gemeinde.

Offizielle Quelle: SEM – Fragen und Antworten für Geflüchtete aus der Ukraine · Bundesrat, 19.08.2026

Kind mit Behinderung oder besonderem Bildungsbedarf?

Der schulische Weg – Abklärung, Entscheid, integrative Schulung oder Sonderschule – ist im Abschnitt zur obligatorischen Schule beschrieben. Informationen zu IV-Leistungen, Unterstützung bei Behinderung und Geldleistungen für das Kind finden Sie in einem separaten Ratgeber «Kind mit Behinderung: IV-Unterstützung».

Ausbildung abgeschlossen?

Erste Arbeitsstelle, Praktikum und Trainee-Programme gehören bereits zum Bereich «Arbeit»: Stellensuche und Berufseinstieg.

Quellen und weiterführende Links

Bildung für Ukrainerinnen und Ukrainer: System, Wege, Diplome