Einkommen, Vermögen und Überweisungen bei Sozialhilfe
Welche Einkommen und Vermögen bei der Berechnung angerechnet werden, wie ukrainische Konten behandelt werden und warum Überweisungen in die Ukraine riskant sind.
Die Sozialhilfe deckt die Differenz zwischen Ihrem Bedarf und den verfügbaren Mitteln. Deshalb müssen alle Einkommen und Vermögen deklariert werden — unabhängig davon, in welchem Land sie anfallen. Verschweigen kann zu Neuberechnung, Rückforderung und Sanktionen führen.

Welche Einkommen angerechnet werden
- Lohn in der Schweiz und im Ausland
- Renten, auch ukrainische, sofern die Mittel zugänglich sind
- Alimente, Versicherungsleistungen, Mieteinnahmen
- regelmässige Zuwendungen von Dritten
Einkommen in Fremdwährung werden zu aktuellen Kursen umgerechnet, etwa den Kursen des Bundesamts für Zoll: rates.bazg.admin.ch.
Ukrainische Konten und Karten
Gemäss SKOS müssen Zuflüsse auf Konten in der Ukraine, die von der Schweiz aus bezogen werden können — etwa per Kartenbezug — im Rahmen der erlaubten Limiten bezogen werden und gelten als Einnahmen. Ist der Zugriff wegen Kriegs- oder Bankbeschränkungen tatsächlich unmöglich, werden die Mittel nicht angerechnet. Bewahren Sie Nachweise der Einschränkungen auf: Bankbestätigungen, Screenshots von Ablehnungen.
Einkommen des Ehepartners in der Ukraine
Kriegsbedingt getrennte Ehepaare haben einen begründeten Anlass für getrennte Haushalte. Das Einkommen des Partners in der Ukraine wird nur angerechnet, soweit es tatsächlich an Sie fliesst. Die SKOS empfiehlt eine einfache Vorprüfung: Bleiben dem Partner nach Steuern und zwingenden Ausgaben in der Ukraine kaufkraftbereinigt weniger als rund CHF 350 pro Monat, wird nicht weiter abgeklärt.
Vermögen
- Vermögen in der Schweiz wird nach den allgemeinen Regeln zur Bedarfsdeckung eingesetzt
- ukrainisches Vermögen wird nur berücksichtigt, wenn die Verwertung verhältnismässig und zumutbar ist: Niemand muss etwa eine Wohnung verkaufen, auf die Angehörige angewiesen sind
- unpfändbare Gegenstände — Kleidung, notwendiger Hausrat — bleiben unangetastet
Überweisungen in die Ukraine: das Hauptrisiko
Wer Unterstützung bezieht und gleichzeitig regelmässig Geld in die Ukraine überweist, riskiert den Schluss, dass diese Mittel für den Lebensunterhalt nicht nötig waren oder Einkommen nicht deklariert wurde. Mögliche Folgen: Neuberechnung, Rückforderung oder Sanktionen nach kantonalem Recht.
- melden Sie regelmässige oder grössere Überweisungen vorab schriftlich Ihrem Sozialdienst: Betrag, Herkunft, Empfänger und Zweck — und verlangen Sie eine schriftliche Antwort
- legale Überweisungswege im Vergleich: Überweisungen in die Ukraine
- nutzen Sie keine fremden Konten und nehmen Sie kein fremdes Geld auf Ihr Konto — das Risiko strafrechtlicher Folgen ist real
Meldepflicht bei Änderungen
Arbeitsantritt, höheres Einkommen, Erbschaft, Zugriff auf ukrainische Mittel, längere Auslandsaufenthalte — all das ist der Stelle sofort zu melden. Schon die verspätete Meldung kann eine Pflichtverletzung sein.
Quellen
Bedingungen und Beträge können sich ändern. Überprüft am 10. Juli 2026. Dieser Inhalt dient nur zur Information und stellt keine individuelle Rechts- oder Finanzberatung dar.