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Leitfaden

Lebenslauf und Motivationsschreiben

Wie Sie einen Schweizer Lebenslauf und ein Motivationsschreiben aufbauen: Struktur, Vorlagen zum Herunterladen, typische Fehler.

Vorbereitung von Lebenslauf und Motivationsschreiben für die Stellensuche in der Schweiz

Der Lebenslauf (CV) ist das zentrale Dokument Ihres Dossiers. In der Schweiz ist ein bestimmtes CV-Format verbreitet, und Rekrutierende sind es gewohnt, sich genau darin schnell zurechtzufinden. Wirkt das Dokument ungewohnt, ist es schwieriger zu lesen — und damit sinken die Chancen auf eine Einladung, auch bei guter Qualifikation.

Wie ein Schweizer Lebenslauf aussieht

  • Umfang: 1–2 Seiten; bei viel Erfahrung bis drei.
  • Tabellarisch und in umgekehrt chronologischer Reihenfolge: zuletzt ausgeübte Stelle zuerst.
  • Ein Bewerbungsfoto ist in der Schweiz üblich, aber nicht obligatorisch.
  • Unterschrift und Datum braucht es im Lebenslauf nicht.
  • Dateiformat PDF mit verständlichem Namen, zum Beispiel CV_Olena_Kovalenko.pdf statt «resume_final_2.pdf». So finden Rekrutierende das Dokument im Postfach wieder.

Aufbau des Lebenslaufs

Die Abschnitte in dieser Reihenfolge:

  1. Personalien. Notwendig: Name, Telefonnummer, E-Mail und Wohnort. Freiwillig: Geburtsdatum, Nationalität, Zivilstand und Foto — in der Schweiz werden sie oft noch angegeben, verpflichtend ist aber keine dieser Angaben. Die vollständige Wohnadresse können Sie weglassen, Ort und Kanton genügen. Den Schutzstatus S oder den Hinweis «in der Schweiz zur Arbeit berechtigt» sollten Sie angeben, um Zweifel auszuräumen.
  2. Kurzprofil: 2–3 Sätze zu Erfahrung und Stärken (freiwillig).
  3. Berufserfahrung in umgekehrt chronologischer Reihenfolge: Funktion, Arbeitgeberin, Ort/Land, Zeitraum. Schreiben Sie keine Aufgabenliste, sondern konkrete Ergebnisse mit Zahlen: «Bearbeitungszeit pro Auftrag von 5 auf 2 Tage gesenkt», «Portfolio von 40 Kundinnen betreut».
  4. Ausbildung.
  5. Weiterbildungen und Kurse, auch Sprachkurse.
  6. Sprachen nach Niveau A1–C2 (europäischer Referenzrahmen CEFR); geben Sie das Niveau ehrlich an.
  7. IT-Kenntnisse und Führerausweis, sofern für die Stelle relevant.
  8. Hobbys und Freiwilligenarbeit — kurz, in einer Zeile.
  9. Referenzen: Kontakte früherer Vorgesetzter — aber nur mit deren Einverständnis. Fehlt es oder wollen Sie die Kontakte in dieser Phase nicht offenlegen, schreiben Sie «auf Anfrage».

Wenn Sie ein aktuelles LinkedIn-Profil haben, ergänzen Sie den Link bei den Kontaktangaben — für viele Rekrutierende ist das das Erste, was sie öffnen.

Eine Version ohne Grafik für grosse Arbeitgebende

Ein Teil der grossen Firmen verarbeitet Bewerbungen über Bewerbermanagementsysteme, die den Text aus der Datei auslesen. Ist der Lebenslauf zweispaltig gesetzt, mit Icons, Text in Tabellen oder Bildern, liest die Software ihn womöglich falsch. Halten Sie eine einfache Fassung bereit: eine Spalte, gewöhnliche Titel («Berufserfahrung», «Ausbildung»), ohne Textfelder und Grafik — und schicken Sie diese, wenn Sie sich über ein grosses Firmenportal bewerben.

Motivationsschreiben

Das Motivationsschreiben umfasst höchstens eine Seite. Schreiben Sie, warum Sie genau diese Stelle und diese Firma interessieren und welche Anforderungen des Inserats Sie bereits erfüllen. Schreiben Sie in der Sprache des Inserats und verfassen Sie für jede Stelle ein eigenes Schreiben — mit den Formulierungen aus dem Inseratstext.

Zeugnisse, Diplome und Referenzen

Dem Dossier legen Sie Kopien von Arbeitszeugnissen und Diplomen bei — keine Originale. Legen Sie nur bei, was zur Stelle passt: Ein vollständiges Zertifikatsarchiv stört eher, als es hilft. Ukrainische Diplome sollten Sie mit einer Übersetzung auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch bereithalten. Für reglementierte Berufe (Medizin, Pädagogik und andere) braucht es eine formelle Diplomanerkennung — siehe Diplomanerkennung.

Vorlagen und Beispiele

Kostenlose Online-Baukästen

Wenn Sie den Lebenslauf nicht selbst setzen wollen, nutzen Sie einen kostenlosen Online-Baukasten: Felder ausfüllen — sauberes PDF erhalten.

  • rxresu.me (Reactive Resume) — vollständig kostenloser Open-Source-Baukasten: ohne Wasserzeichen und Bezahlfunktionen, mehrere CV-Versionen möglich, PDF-Download.
  • flowcv.com — einfacher Baukasten mit fertigen Layouts; kostenloser PDF-Download ohne Wasserzeichen.
  • open-resume.com (OpenResume) — minimalistischer, kostenloser Open-Source-Baukasten, läuft direkt im Browser.
  • Europass — offizieller kostenloser EU-Baukasten in vielen Sprachen. Beachten Sie: Schweizer Arbeitgebende sind das klassische Schweizer CV gewohnt, nutzen Sie Europass deshalb eher als Entwurf.

Welches Werkzeug Sie auch wählen: Prüfen Sie das Ergebnis anhand der Liste oben — 1–2 Seiten, umgekehrte Chronologie, Sprachniveaus nach CEFR, Angabe zum Schutzstatus S, PDF mit verständlichem Namen.

Kostenlose Unterstützung bei Lebenslauf und Bewerbung bietet das RAV; fragen Sie auch beim Sozialdienst Ihrer Gemeinde nach lokalen Mentoringprogrammen.

Mehr dazu: Unterstützung bei der Stellensuche und RAV: Anmeldung, Pflichten und Sanktionen.

Typische Fehler

  • Ein und derselbe Lebenslauf für alle Stellen, ohne Anpassung an das Inserat.
  • Eine Aufgabenliste statt konkreter Erfolge mit Zahlen.
  • Ein Selfie oder Ferienfoto statt eines Bewerbungsfotos.
  • Sprachfehler: Lassen Sie den Text von einer Person mit Muttersprache oder einer Lehrperson prüfen.
  • Ukrainische Firmen- und Funktionsbezeichnungen ohne Erklärung — ergänzen Sie eine Zeile dazu, was die Firma macht.
  • Referenzkontakte ohne deren Einverständnis.
  • Unerklärte Lücken im Lebenslauf: Nennen Sie den Grund kurz (Umzug, Kinderbetreuung, Krieg).
  • Ein zu langer Lebenslauf über fünf Seiten und mehr.

Quellen und nützliche Links

Lebenslauf und Bewerbung in der Schweiz